Inhalt:
"Europäische Verbände: Tierische Proteine für Futtermittel! (9. März 2010) [Format PDF]
"Tierische Nebenprodukte sind Bioenergie!" (9. Februar 2010) [Format PDF]
Weihnachtsbrief 2009 (Dezember 2009) [Format PDF]
Tierische Nebenprodukte: Mehr Logik beim Verbraucherschutz gefordert (Jahrestagung 2009) [Format PDF]
"Neue Nebenprodukte-Verordnung bringt mehr Klarheit" (27.5.2009)[Format PDF]
"Vogelgrippe: Tierkörperbeseitigungskapazitäten nicht weiter abbauen!" (Dezember 2008) [Format PDF] Word-Format auf Anfrage
Weihnachtsbrief 2008 (Dezember 2008) [Format PDF]
"Verband auf dem richtigen Weg" (Jahrestagung 2008) [Format PDF]
"Gammelfleisch" und Kennzeichnung (Mai 2008) [Format PDF]
Weihnachtsbrief 2007 (Dezember 2007) [Format PDF]
"Mit Energie in die Zukunft" (Jahrestagung 2007)
Memorandum zur Kalkulation von Beseitigungsentgelten (10.7.2007) [Format PDF]
Zum Foodwatch-Skandal (Februar 2007) [Format PDF]
Weihnachtsbrief 2006 (Dezember 2006) [Format PDF]
Jahrestagung des VVTN 2006 in Krefeld (September 2006)
Verarbeitungsindustrie traf sich in München (Mai 2006)
Rasante Entwicklung der Fleischproduktion - Futtermittel werden knapp
Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte mit großer Themenvielfalt
Mehr als 140 Teilnehmer auf Branchentreff in Krefeld
Die Fleischproduktion wird in den nächsten 20 Jahren explodieren. China wird im Jahr 2015 nahezu die Hälfte der auf dem Weltmarkt
verfügbaren Sojabohnen importieren. Vor diesem Hintergrund erscheint das Verfütterungsverbot tierischer Proteine für Nutztiere in einem
neuen Licht.
Die Erkenntnisse gewannen die Teilnehmer der Jahrestagung der Verarbeitungsbetriebe Tierischer Nebenprodukte (VTN) am 22. September 2006
in Krefeld. Vor etwa 140 Vertretern der Branche und der Gäste aus der Vieh- und Fleischwirtschaft bot die Vortragsveranstaltung darüber
hinaus eine große Themenvielfalt.
Vorsitzender Manfred Gellner stellte ein zunehmend besseres Image der Branche durch die Produktvielfalt und die sichere Beherrschung von
Tierseuchen fest. Außer Futtermitteln kann die Branche auch umweltneutrale Energiesubstitute sowie technische Produkte für die
Düngemittelindustrie und die oleochemische Industrie liefern. Leitlinie der Branche ist die höchstmögliche Wertschöpfung aus tierischen
Nebenprodukten im Rahmen akzeptierter Verwendungen.
Die von Gellner ins Gespräch gebrachte Verfütterung tierischer Proteine in der Futtermittelkette, soweit sie von für die Schlachtung
für tauglich befundenen Tieren stammen, kann unter Nachhaltigkeitsaspekten nicht ignoriert werden. Dies wurde bereits im ersten Vortrag
deutlich. Diplom-Umweltwissenschaftler Helmut Bäurle (ISPA, Vechta) referierte über die Entwicklung der Vieh- und Fleischwirtschaft
in Deutschland unter Berücksichtigung des Einflusses von Tierseuchen. Nach seiner Einschätzung wird die Fleischproduktion bis zum
Jahr 2015 nachfragebedingt um 26 - 27 % bei Rind- und Schweinefleisch und 62 % bei Geflügelfleisch zunehmen. Maßgebend dafür sind die
Entwicklungsländer, in denen die Zunahme bei über 40 % liegen wird, bei Geflügelfleisch sogar bei fast 90 %. Vor allem China wird die
Schweinefleischproduktion bedeutend ausbauen. Deshalb wird davon ausgegangen, dass China im Jahr 2015 nahezu die Hälfte der auf dem
Weltmarkt verfügbaren Sojabohnen importieren wird, um Futtermittel für die Schweineproduktion zur Verfügung zu haben.
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Die Finanzierungsformen der Tierkörperbeseitigung beleuchtete Dipl.-Kfm. Holger Kuchmetzki (WIBERA Wirtschaftsberatung AG, Berlin)
unter dem Titel Seuchenprävention durch staatliche Zuschüsse? - Überblick über die Refinanzierung in Deutschland, Österreich und der
Schweiz. Die Refinanzierung der Tierkörperbeseitigung ist bereits in den 16 deutschen Bundesländern sehr unterschiedlich. Mit
unterschiedlichen Prozentsätzen sind die Landwirte / Tierseuchenkasse, die Bundesländer und zumeist die Gebietskörperschaften
beteiligt. Auch in Österreich und der Schweiz gibt es komplizierte Verrechnungssysteme. Kuchmetzki stellte fest, dass das Ziel der
Seuchenprävention aufgrund individueller, landestypischer Subventionierungen der lokalen Landwirtschaft zu einer europaweiten
Marktverzerrung führt. Mehr…
Große Aktualität kam dem Bericht von Dr. Udo Wiemer aus dem (BMELV) über Die anstehende Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1774 / 2002 zu.
Wiemer kam gerade von der entsprechenden Ausschusssitzung in Brüssel und wusste daher den aktuellen Diskussionsstand zu berichten. Mit
der anstehenden Änderung sollen der Geltungsbereich geklärt werden sowie wiederholende Regelungen mit anderen Rechtsbereichen vermieden
werden. Durch mehr Flexibilität soll eine schnellere Reaktion auf aktuelle Entwicklungen möglich sein. Bestimmungen sollen präzisiert
und durch Bezugnahme auf das Lebensmittelrecht soll Vorfällen, wie bei der Rückführung verdorbenen Fleisches in die Lebensmittelkette,
vorgebeugt werden. Das Schnellwarnsystem der EU soll einbezogen werden und die Industrie ist aufgerufen, wo möglich Leitlinien für die
Gute Praxis zu entwickeln und bei der EU anzumelden. Besonders zu begrüßen ist die Klarstellung, dass tierische Nebenprodukte nicht
unter das EU-Abfallrecht fallen. Mehr…
Der Vortrag von Dr. Norbert Klaff (SOPTIM AG, Essen / Aachen) über das Auftragsmanagement für tierische Nebenprodukte
zeigte, dass die Beseitigung tierischer Nebenprodukte heute kein Geschäft mehr für ein Ein-Mann-Unternehmen mit einem Lkw ist. Die
umfassenden Anforderungen an die Führung von Handelspapieren, weiteren Dokumenten und die Erfassung des Rohmaterials verlangen
ausgeklügelte IT-Lösungen. Klaff stellte sie vor. Mehr…
Auch der Umweltschutz in den Verarbeitungsbetrieben Tierischer Nebenprodukte ist kein Selbstläufer geworden. Dipl.-Ing. Renate Hübner
(Braunschweiger Umwelt-Biotechnologie GmbH) erläuterte dies in ihrem Vortrag Umweltschutz aktuell in Betrieben für Tierische Nebenprodukte.
Sie befasste sich eingehend mit der Vermeidung von Emissionen und dem Schutz der Umwelt vor Immissionen. Anhand von anschaulichen
Zeichnungen und Bildern zeigte sie, auf welche Gefahren in den VTN zu achten ist. Besonderes Augenmerk widmete sie der Abluftreinigung.
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Besonders eindrucksvoll für Insider war der Vortrag von Dipl.-Ing. Jens Schulz (Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH, Hamburg)
über Neuentwicklungen bei der Schneckenpressentechnologie. Er zeigte den hohen Grad der Industrialisierung in der Branche und belegte
eindrucksvoll, auf welche Details bei der Konfiguration von maschineller Ausrüstung zu achten ist. Der Schneckenpressentechnologie kommt
vor dem Hintergrund der Trennung von Fett und Eiweiß und deren unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten große Bedeutung zu.
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Verarbeitungsindustrie tierischer Nebenprodukte traf sich in München
Mehr als 200 Teilnehmer aus 22 Ländern Gäste der deutschen Organisationen - Themen von Ethik bis Verbrennung - große
Produktvielfalt
Die Verarbeitungsindustrie für tierische Nebenprodukte hat nach dem Verfütterungsverbot eine große Palette von Verwendungsmöglichkeiten
ihrer Erzeugnisse geschaffen. Dies wurde auf dem europäischen Kongress der European Fat Processors and Renderers Association (EFPRA)
vom 10. - 13. Mai 2006 in München deutlich. Eingeladen hatten die beiden deutschen Organisationen Servicegesellschaft Tierische
Nebenprodukte (STN) und Bundesverband der deutschen Talg- und Schmalzindustrie.
Kongresspräsident Manfred Gellner freute sich bei einem Staatsempfang in der bayerischen Residenz in München über die große Resonanz
und dass es der Branche gelungen sei, auf das Verfütterungsverbot durch eine Vielzahl von alternativen Nutzungsmöglichkeiten zu reagieren.
Er dankte Staatssekretär Jürgen Heike für die Gastfreundschaft und fand klare Worte an die Politik: Die Branche habe nach der BSE-Krise
ihre Hausaufgaben gemacht und erwarte nun von Politik und Gesellschaft, dass man im Rahmen gleicher Wettbewerbsbedingungen wieder
unvoreingenommen über eine wirklich nachhaltige Nutzung tierischer Nebenprodukte sprechen könne.
Die breite Palette der Vorträge anlässlich des Technischen Symposiums und der Vortragsveranstaltung reichte von der Ethik über
Heimtiernahrung, Biodiesel und Verbrennung bis hin zur Analyse der statistischen Daten der Branche.
Die Vorträge werden auf der Kongress-Webseite www.efpra2006.de und unter
dieser Seite zum Download bereitgestellt - hier ihre Kernaussagen:
Prof. Dr. Martin Mittelbach, Universität Graz,
Überblick über das BIODEPRO-Projekt der EU und die Inaktivierung von Prionen bei
der Herstellung von Biodiesel:
Der Prozess der Biodieselherstellung führt zu einer Inaktivierung von Prionen in der Größenordnung von etwa 10-12 bis
10-16, unter Berücksichtigung der vorgeschalteten Sterilisation sogar bis zu 10-20. Deshalb ist Biodiesel
auch aus Kategorie-1- und -2-Material sicher.
Gabriele Krüler / Dr. Martin Alm, SARIA Bio-Industries,
Das elektronische Handelsdokument für tierische Nebenprodukte:
Die Rückverfolgbarkeit tierischer Nebenprodukte kann in elektronischer Form zuverlässig und datensicher aufgezeichnet werden.
Mit Handlesegeräten erfassen die Fahrer lückenlos die aufgenommenen Rohmaterialien. Amtstierärzte können an diesem Handlesegerät
und in der EDV-Zentrale des Fuhrparkleiters des Abholbetriebes jederzeit den Stand der Einsammlung tierischer Nebenprodukte überprüfen.
Dr. William Marmer, Leiter der Forschungsabteilung des U.S.-Landwirtschaftsministeriums,
Forschung über tierische Nebenprodukte in Nordamerika:
In der Forschungsabteilung wird nach Wolle, Häuten, tierischen Proteinen und Fetten unterschieden. Ein großes Augenmerk liegt
im Moment bei der Biodiesel-Forschung. Tierische Fette stellen die zweitgrößte Gruppe an Rohmaterial hierfür. Die Forschung kann
unabhängig von wirtschaftlichem Druck erfolgen und bezieht sich auf Verwendungen außerhalb der Tierernährung.
Koen van Dyck, Europäische Kommission, DG SANCO,
Grußwort:
Die Kommission ist nicht darauf aus, das gegenwärtige Verfütterungsverbot aufrecht zu erhalten. Es soll zwar bei dem Verbot von
Säugetiereiweiß in der Wiederkäuerernährung bleiben. Grundsätzlich wird derzeit aber darüber nachgedacht, Toleranzschwellen
einzuführen und Fischmehl für junge Wiederkäuer zuzulassen. Nach Erledigung der "Hausaufgaben" (Markierung von Kategorie-1-
und -2-Material, Tests für verwendete Tierarten) muss über eine allgemeine Lockerung des Verfütterungsverbots entschieden werden.
Patrick Coelenbier, EFPRA,
Die europäische Verarbeitungsindustrie für tierische Nebenprodukte 2005 -
Zahlen und Fakten:
In 467 Betrieben wurden mit fast 17.000 Arbeitnehmern ca. 15 Mio. t tierische Nebenprodukte verarbeitet. Der Rückgang betrug über
die letzten fünf Jahre etwa 1,5 % und folgt damit in etwa der Entwicklung an den Fleischmärkten. Die Produkte werden zu 43 % als
Energielieferant, zu 17 % in der Heimtiernahrung, zu 12 % als Dünger und zu 10 % in der Oleochmie verwendet.
Paul Stenzel, Australien,
Chancen für tierische Proteine und Fette in Asien:
Der Bedarf an tierischen Proteinen in China und anderen Ländern Ostasiens ist so groß, dass sich die Verarbeitungsindustrie
weltweit zusammenschließen muss, um zuverlässig anbieten zu können. Regierungen sollten ihre Wirtschaftsbeteiligten ermuntern,
dort tätig zu werden, und nicht Restriktionen für den Zugang zu diesen Märkten aufbauen.
Prof. Dr. Wolfgang Branscheid, Bundesanstalt für Ernährung und Lebensmittel, Standort Kulmbach,
Tierische Fette im Dilemma - die Bilanz eines Rohstoffes:
Schlachtkörper werden - je nach Tierart - nur zu 50 - 80 % als Lebensmittel genutzt. Die Verwendung des Restes muss nachhaltig sein.
Fette gehören wieder dorthin, wo sie herkommen, also in die Landwirtschaft. Noch bestehende BSE-Restriktionen und auch Modetrends in
der Humanernährung mit Fetten müssen kritisch hinterfragt werden.
Kirchenrat Dr. Roger J. Busch, Institut Technik Theologie Naturwissenschaften, München,
Die Verwendung tierischer Nebenprodukte: Erlaubt sei, was nützt? - Ethische Aspekte der
Tierfütterung und ihre gesellschaftliche Kommunikation:
Komplexe Zusammenhänge müssen einfach erklärt werden. Davon, dass die Verwendung tierischer Nebenprodukte nachhaltig ist, muss der
Bürger langfristig und kontinuierlich überzeugt werden. Dieser Dialog braucht Zeit.
Xavier Roussel, Nestlé Purina Petcare,
Wie wir den Wert unserer Produkte steigern:
Die Heimtiernahrungsindustrie setzt tierische Nebenprodukte und Erzeugnisse ein. Sie kann 30 % des Kategorie-3-Materials in Europa
aufnehmen. Die Lieferanten müssen funktionierende Qualitätsmanagementsysteme haben und technische Spezifikationen einhalten
können.
Anne Nuria Kemnitz, European Biodiesel Board (EBB),
Aussichten für tierische Fette im Biodiesel:
Die Biodiesel-Branche boomt. Das Potenzial an tierischen Fetten zur Steigerung des Biodiesel Anteils auf 5,75 % liegt bei etwa
500.000 t bis 1,2 Mio. t. Tierische Fette haben ein günstiges CO2-Profil. Das Verarbeitungsverfahren ist so sicher, dass es keiner
Rauchgasreinigung und Markierung der tierischen Nebenprodukte mehr bedarf.
Hans-Ulrich Nehm, Holcim (Deutschland) AG,
Verarbeitete tierischer Nebenprodukte in der Zementindustrie: Erfordernisse einer vorteilhaften
Nutzung
Die Verwertung tierischer Nebenprodukte in der Zementindustrie ist nicht die erste Wahl, da es bessere Verwendungen gibt. Die
Zementindustrie ist jedoch darauf vorbreitet, das thermische Potenzial zu nutzen. Auch hierzu sind verlässliche Lieferbeziehungen
erforderlich und es müssen technische Spezifikationen berücksichtigt werden. Die Verwendung tierischer Proteine in der Zementindustrie
ist rückläufig.
Diese Pressemeldung ist auch als Word-Dokument abrufbar.
Die Ansprache des Kongresspräsidenten Manfred Gellner in der Bayerischen Residenz am 11. Mai 2006 können sie
hier abrufen.